Stil
Es gibt also tatsächlich (Ex-) Teilnehmer der The Next Uri Geller Show die offensichtlich über eine gewisse moralische Größe verfügen. Dies beweist David Goldrake und überrascht damit mehr als positiv.
In der Sendung vom 12.02.2008 zeigte David eine Nummer mit einer Schlange, die ich ausführlich in Angriff der Klonkrieger Teil 5 behandelt habe. Offenbar wurden nicht nur von meiner Seite seine schauspielerischen Leistungen kritisiert und angezweifelt, dass er überhaupt Angst vor Schlangen hat. David beschloss nach der besagten Sendung (also als er noch sicher im Rennen war!) einen ausführlichen Bericht auf seinem Blog zu veröffentlichen, in dem er schildert wie es zu den Ereignissen und seinem Verhalten gekommen ist.
Hier überrascht er den Leser mit Aussagen wie dieser:
„Ich leide nun nicht an einer ausgeprägten Schlangenphobie, doch ich fühle ihnen gegenüber ein gewisses Unbehagen und habe großen Respekt vor diesen Tieren. …“
Am Ende des Berichtes, der offensichtlich aus der Feder eines echten Showmans stammt, schreibt der Autor dann noch folgendes:
„Ich möchte deswegen hier die Menschen um Entschuldigung bitten, denen das Ganze zu dick aufgetragen schien und die mein Verhalten für übertrieben fanden. Es war nicht meine Absicht ein solches Aufsehen zu erregen und es tut mir leid, dass es so weit gekommen ist. Die Situation, und das in einer Live-Sendung, war mir ja auch sehr unangenehm. Besonders, da ich gewöhnlich ein sehr kontrollierter Mensch bin und mir so etwas eigentlich nie passiert.
Leute die wissen was Live-Fernsehen bedeutet und den Druck kennen, sein Bestes geben zu wollen, können bestimmt nachvollziehen, was in mir vorging. Allen anderen hoffe ich mich hiermit ein wenig verständlicher gemacht zu haben.“
Während man noch zu den Kandidaten einer solchen Show gehört Versäumnisse einzuräumen und sich dann auch noch für negative Reaktionen zu entschuldigen (was er nicht gemusst und die meisten anderen nicht gemacht hätten) zeugt von Stil. Chapeau!
Den ganzen Bericht findet man HIER.
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Ich sehe das ganz anders. David Goldrake versucht mit seinem Statement zu retten, was noch zu retten ist. Zuerst versucht er – mit Hilfe von Prosieben natürlich – zu vermitteln, er habe übernatürliche Fähigkeiten. Da das aber weder bei ihm, noch den anderen Kandidaten funktionierte (der öffentliche Druck der Kritiker ist zu groß) greift er nun zu anderen Ausreden. Das oben angesprochene Kunststück zum Beispiel hat nicht Goldrake entwickelt. Schon gar nicht aus hehren Gründen, wie er angibt (siehe: ttp://www.davidgoldrake.com/blog/2008/02/16/david-goldrake-schlangenexperiment-was-wirklich-geschah-„behind-the-scenes“/). Es wurde schon in einer anderen Show in den USA gezeigt.
Goldrake war auch hier nur der Erfüllungsgehilfe von Prosieben. Natürlich enthält sein Vertrag Klauseln, wie er in der Öffentlichkeit seine angeblich übernatürlichen Fähigkeiten zu präsentieren hat. Er versucht nun durch solche – nach einfacher Recherche – unhaltbaren Erklärungsversuche, sein Image zu retten.
Das wird ihm nicht mehr gelingen, es sei denn, er sagt wie es ist: Alles von vorne bis hinten ein durchgeplantes Konzept ohne Mitspracherechte. Aber damit müsste er ja auch zugeben, dass er seit Beginn der Sendereihe seine Zuschauer (über das normale Maß eines Zauberkünstlers hinaus) betrügt. Also: setzen wir den Chapeau wieder auf.
Wahrscheinlich wird sich keiner der Kandidaten offenbaren. Es reicht ja eigentlich auch aus, wenn sich der kritische Leser die ungeschickten Rechtfertigungsversuche auf den Internetpräsenzen, in der Presse und auch im Rahmen der Zaubervereine zu Gemüte führt.