Grüngefiederte Indianer
Dass unsere niederländischen Freunde in einigen Bereichen ziemlich freizügig sind, ist ja allgemein bekannt. Allerdings scheinen diese generell einen sehr ausgefallenen Geschmack zu haben, wenn es um Unterhaltung geht. Das beweißt Hayashi mit seiner neuesten Nummer bei De Nieuwe Uri Geller.
Auf den ersten Blick erwartet der leidgeprüfte Zuschauer, dass der multikulti Samurei, eine der bekannt trockenen Nummern beginnt, als er im holländischen Fernsehen über Traditionen im alten Japan referiert. Doch was dann kommt haut die fleckmatischste Couchpotato aus den Schlappen. So wird zuerst eine Prominente mittels Gemüse in einen grüngefiderten Indianer verwandelt. Das alleine hätte schon gereicht um einen hochrangigen Comedypreis abzusahnen. Es kommt allerdings noch besser. Denn nur Sekunden später wandelt der asiatische Meister seine eigene Nummer mit einfachen Mitteln aus dem Haushalt in ein lustiges Fesselspiel um. Nachdem er dann auch noch die hier schon kaum noch ernst zu nehmende Szene mit orgasmischen Stöhnern untermalt, während er sich seine Augenbinde anlegt, um schließlich in aller Öffentlichkeit sein Schwert zu ziehen (das aus Metall) ist bereits das halbe Publikum aufgrund von Zwerchfellkrämpfen kollabiert. Und das mit Recht. Kurz drauf beantwortet sich auch die Frage, warum Obervater Geller in der holländischen Version einen Schreibtisch hat. Diesen braucht der aufgrund von Gelächterattacken schwer nach Luft ringende Meister als Stütze, um nicht ohnmächtig vom Stuhl zu fallen. So geht es dann auch dem letzten Beobachter, wenn er die Assistentin sieht, die mittels Gemüseantennen in den Händen Versucht offenbar einen besseren Sender zu empfangen. Hilft aber nicht, denn trotz eines flehenden „Mpffff mmmpffff mmmmm“ (frei übersetzt: Bitte enthaupte mich nicht! Ich bin zu jung zum Sterben!) befördert der mysteriöse Asiat einige Schneidezähne des Opfers mittels gekonntem Schwerthiebes in die ersten Zuschauerreihen (zahlt die Versicherung!). Zum Abschluss gab es dann noch einige echte Tränen und ein deutliches „Ich will nach Hause!“ (Und ich dachte maximale Assistentenpanik schon gesehen zu haben). Grotesk und verwerflich, aber doch irgendwie geniale Unterhaltung pur, denn dies ist eine der besten Slapsticknummern, die ich je gesehen habe. Bravo! Und so manch ein Zuschauer wird nun wehmütig, wenn er daran denkt welch komisches Talent uns mit Hayashi frühzeitig verlassen hat. So manch ein anderer Zuschauer wird allerdings auch froh darüber sein.
Und hier noch ein Tipp für Genießer: Dieses Video öffnen und synchron als Musiklieferant im Hintergrund laufen lassen, dann schnell das Hayashi-Video starten und den Ton abstellen. Nun schweigen und genießen! Viel Spaß!
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Genialer Artikel! Irrsinnige Nummer!