Angriff der Klonkrieger Teil 5
Heute: Ein Hauch von Hollywood!
Wer hätte es gedacht? Auch diese Woche gibt es wider reichlich Nahrung für den Angriff der Klonkrieger. Diesmal wurde also David Goldrake dazu verpflichtet, eine Nummer zu zeigen, die im Geller-sucht-Nachfolger-Programm-Bündel einen festen Platz hat. Die Schlangenurnen!
Allerdings bewies uns Pro7 auch diese Woche wider, dass man einen vorgegebenen Effekt bis zur Unkenntlichkeit verstümmeln kann.
Vorreiter in diesem Fall war wieder Eran Raven (nicht mit Vincent verwechseln!). Dieser durfte in der amerikanischen Show sein Glück gleich mit drei Schlangen versuchen. Und hier reden wir von richtigen Schlangen! Seine zwei Hauptprobleme bestanden aus einer Monokelkobra und einer Gabunviper. Tatsächlich zwei der gefährlichsten Giftschlangen der Welt. Zur allgemeinen Spannungssteigerung durfte bei ihm auch noch eine Texaskükennatter mitspielen, die allerdings völlig harmlos ist. (Auch sein Effekt war nicht original, aber dazu später mehr.)
Nun, Goldrakes Version war (vorsichtig gesagt) abgespeckt. Das Böse wurde bei ihm durch eine asiatische Lanzen- bzw. Bambusotter verkörpert (wahrscheinlich der Gattung Cryptelytrops).
Eine in Fachkreisen als Anfängergiftschlange bekannte Gattung, die (im Vergleich mit Ravens Spielkameraden) wirklich nur mäßig giftig ist. Ein Monster auf Currywurstniveau!
Das ganze Drum und Dran, ließ dann auch sehr zu wünschen übrig. Es begann schon mit dem wackelnden Plexiglasstisch, der das Gewicht der riesigen Urnen kaum zu tragen vermochte. Es stand zu befürchten, dass die Gefahr eines gebrochenen Fußes für die Beteiligten höher sei, als von einer Schlange gebissen zu werden. Besonders als Goldrake mit voller “Manneskraft” in die einzelnen Gefäße hineinschlug, kippelte der Tisch verdächtig (Gute Taktik übrigens. Wenn man sich irrt ist das Biest wenigstens Matsch). Aber Tisch und die Urnen hielten. Zumindest, bis sich David entschied (aus welchen Gründen auch immer) eine der Urnen auf den Boden in tausend Stücke zu zerlegen. Dramatik pur!
Insgesamt ist mir der Sinn der Nummer nicht ganz bewusst geworden. Um sich seiner angeblichen Angst vor Schlangen zu stellen, muss man nicht eines von den Biestern in einem Tontopf verstecken. Wenn man seine Angst überwinden will, streichelt man unter Aufsicht das Schwanzende eines harmlosen Kuschelpython. Was war also der Sinn der Nummer? Das Spüren von Gefahr? Intuition? Glück? Hier offenbart sich ein Mängel, den viele Teilnehmer bisher gezeigt haben. Sie vergessen einfach die Aussage der Nummer bzw. welche Superkraft sie denn heute haben. Wahrscheinlich, weil sie als Neu-Mentalisten viel zu sehr mit dem Trick Phänomen beschäftigt sind. Das gute, alte “Was wollte uns der Künstler damit sagen”, bleibt also auch in diesem Fall ewig unbeantwortet.
Doch Moment! War da nicht was mit Hollywood? Ja genau! Mit dem Hauch von Hollywood meine ich nicht nur Goldrakes Versuch zu Beginn der Nummer möglichst ängstlich zu wirken (Gott sei dank wird hier ein Mentalist und kein Schauspieler gesucht. Dabei hätte sich David nur mal seine Nummer mit Cristina Plate ansehen müssen, um zu erfahren, wie echte Panik aussieht.). Diese Klonnummer ist trotz der mittelmäßigen schauspielerischen Leistung etwas ganz besonderes, denn der ganze Effekt ist aus einem Hollywoodfilm entlehnt. Eins zu eins findet man die Originalidee in dem bekannten Film The Skorpion King. Einen sehr sehr kurzen Blick kann man in diesem Trailer (nach 1:58 min) auf die Versuchsanordnung werfen. In diesem Fall war das ganze ein Test, um herauszufinden, ob eine Hellseherin ihre Kräfte verloren hat (Mann kann die Nummer also auch mit Sinn vorführen).
Vorab die Version von Eran Raven:
Die abgespeckte Version alla Goldrake/Pro7:
Auch interessant:
Herrlich, sowohl geschrieben, wie auch recherchiert und kombiniert.