Viehhandel bei ProSieben
DSDS wird ja gerne gerügt. Man ginge dort schlecht mit seinen Kandidaten um. Das mag vielleicht für die Vorcastings stimmen, aber hinterher bei den 10 Finalisten der Mottoshows sicher nicht.
Wenn dort jemand rausfliegt, dann bekommt er nochmals die Highlights seiner bisherigen Auftritte gezeigt und darf auch ein paar Worte sagen. Überhaupt dürfen die DSDS-Kandidaten recht viel über sich selbst erzählen.
Nicht so bei Prosieben. Da werden ihre Hupfdole-Mentalisten auf die Bühne gekarrt, müssen ihre Nummer runterspulen und tschüss. Nicht mal auf Uri Gellers Gesabbel (“You did not perform to your best potential”) dürfen sie antworten, außer Schuld bewusst zu nicken. Jaja, der große Meister hat immer Recht.
Dieter Bohlen darf man Widerworte geben, bei Uri muss man sich seinen Teil wohl denken. Aber er ist ja auch (laut Prosieben) der größte Mentalist aller Zeiten. Der wird die Gedanken der Teilnehmer schon lesen können.
Getoppt wird die Missachtung der Teilnehmer aber noch vom Ausscheiden aus der Sendung.
“Uri hast Du überzeugt. Aber sieht das Publikum das auch so? Nein, Du bist raus!”
Die Rausgeflogenen werden einfach in den Hintergrund geschoben und Möchtegern-Moderator Stefan Gödde schwallt seinen Abmoderationstext in die Kamera.
Keine Highlights, keine Worte. Weshalb auch? Die Mentalisten werden wie Zuchtvieh gehandhabt. Bring Leistung und anschließend, mach, dass Du wegkommst.
Die Krone setzt dem Ganzen nur noch die Prosieben Webseite auf. Dort bekommen die ausgeschiedenen Teilnehmer einfach ein plattes “RAUS” über ihr Gesicht gestempelt. Ja, das nenne ich Respekt vor den Künstlern.
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