Geschmacklos!

Also so langsam vergeht mir sogar der Sarkasmus. Die 3. Folge von The Next Uri Geller war gespickt mit Geschmacklosigkeiten.
Ein schlechtes Russisches Roulette, bei dem nicht freiwillige Assistenten aufgefordert wurden Exekutionen anzudeuten und ein Kostümierter, der Teile von toten Tieren an Mitwirkende verteilt sind schon schlimm genug. Allerdings war ich sprachlos als ein ehemaliger Zauberer und überforderter Neu-Mentalist (David Goldrake) dessen Trick Phänomen auch noch an mehreren Stellen schief ging (Übung macht den Meister) die tief verwurzelte Phobie einer Frau (Christina Plate) in aller Öffentlichkeit bloßstellte, ohne auch nur den Hauch einer Regung zu zeigen, geschweige denn wie versprochen die Angst verschwinden zu lassen. Die erneute Konfrontation mit ihrer Angst bescherte Frau Plate absolute Sprachlosigkeit und eine handfeste Heulatacke, die eindeutig durch das erneute Durchleben furchtbarer Emotionen und die Erinnerung an Schmerzen ausgelöst wurde!

Ob er Gentleman genug war sich bei Frau Plate für diese Demütigung zu entschuldigen?

Solch furchtbare, undurchdachte Tricks Phänomen, die aussenstehenden Menschen Schmerzen zufügen und Leid verursachen will doch niemand sehen! Oder sollte es Menschen geben, die Unterhaltung über seelische Unversehrtheit stellen? Ich fürchte schon.

Danke an alle Beteiligten von The Next Uri Geller, die sich alle Mühe geben, Mentalisten zu den größten Deppen des Showbusiness abzustempeln!

Es lebe die Einschaltquote!

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2 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

Naja, zu einem Teil ist sie doch selbst schuld. Wie könnte sie auch nur ansatzweise davon ausgehen, dass das auf dem Zettel stehende geheim bleiben würde?!

Wenn sie also so ein Problem damit hat, dass es jetzt jeder weiß, hätte sie einfach etwas anderes auf den Zettel schreiben müssen ;-)

1. P. King Kommentar vom 23. Januar 2008 um 23:45

Goldrake hat die Angst der Frau Plate nur noch verstärkt und nicht von ihr genommen. Jeder, der Hypnosetherapien macht, wird das bestätigen können.
Goldrake war weniger als dilletantisch, er war zudem egoistisch und hat sich ein Dreck darum gekümmert, was mit Frau Plate paiieren könnte und dann auch passiert ist. Das Versprechen, die Angst zu nehmen war für Frau Plate Grund genug, diese aufzuschreiben. Statt dessen hat er sie in eine große seelische Not vor laufenden Kameras gebracht. Dies war deutlich zu sehen.
Wie weit muss man eigentlich sinken, um so mit seinem Publikum umzugehen?
@ P.King: Du siehst die Dinge zu verkürzt (ok, man kann in einem solchen Blog nicht alles schreiben, denn es kostet viel Zeit.), aber als ausgebildeter Psychologe weiß ich, das man so, wie Goldrake es getan hat, niemals mit den Ängsten der Leute spielen darf, indem man sie eine Erwartungshaltung bringt, dass deren großer Leidensdruck einer Neurose genommen werden könnte.
Ist dieser Leidensdruck nur groß genug, dies war offensichtlich bei Frau Plate so, dann klammert man sich an diese Hoffnung, auch wenn sie noch so absurd erscheint. Das hat mit rationalem Denken nichts mehr zu tun und schon gar nicht mit selbst schuld sein. Und angesichts der vollmundigen Versprechen, gepaart mit dem Leidensdruck und der daraus resultierenden Gläubigkeit von Frau Plate, musste das schiefgehen, dafür gibt es für Goldrake keine Entschuldigung. Das war eine pure Sauerei.
Aber was tut man nicht alles, um ins Fernsehen zu kommen oder drin zu bleiben.
Der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel, was mit Goldrake beweisen wäre.

2. Richard Hassler Kommentar vom 25. Januar 2008 um 15:10

[...] die jetzt nicht wissen worum es eigentlich geht, hier die Steine des Anstoßes: Es begann mit diesem Bericht (inzwischen leicht abgewandelt). Und es endete mit dem Kommentar zu diesem [...]

3. Eine Diskussion auf Freaks of Magic Pingback vom 29. Januar 2008 um 22:31